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  • Johanna Schikora

Pre-Race

Hallo,


was machst du vor dem Start? Was isst/trinkst du? Wie erwärmst du dich? Was ist dein Geheimnis?


Nach dem ersten großen Wettkampf dieses Jahr in Eger möchte ich diese Fragen gerne in einem kleinen Spezialbeitrag außerhalb der regulären 14-tägigen Pause beantworten.


Grundsätzlich ist es wichtig, zu verstehen, dass es nicht die allgemein gültige, perfekte Vorbereitung auf ein Rennen gibt. Jede/r Sportler/in bereitet sich anders vor und das ist auch gut so. Wichtig ist in meinen Augen nur, dass man seine optimale Vorbereitung für sich entwickelt und zum Ritual macht.

Was ich damit sagen will: Es kann sein, dass meine folgenden Ratschläge dir gar nicht weiterhelfen, dich vielleicht unruhig machen oder aus deiner Konzentration bringen. Genauso gut kann es sein, dass es dir hilft und du ganz anders an deinen Wettkampf rangehen kannst.


Bevor ich auf meine Vorbereitung unmittelbar vor dem Start zu sprechen komme, möchte ich etwas zum Einschwimmen sagen. Das Einschwimmen ist einerseits dazu da, um das Becken kennenzulernen, sich auf Starts, Wenden und Markierungen, aber das das Wasser (Temperatur, Härte) einzustellen. Auf der anderen Seite ist es aber eigentlich die beste Möglichkeit, sich für sein Rennen zu erwärmen, da man ja nun mal schwimmen kann. Beim Einschwimmen ist es extrem wichtig, die richtige Vorbelastung zu finden: Die ist natürlich auch bei jedem anders. Jedoch tendieren SportlerInnen dazu, sich zu wenig vorzubelasten! Das ist keine gute Idee. Meine grundsätzliche Theorie lautet: Je höher die Vorbelastung, desto angstfreier ist man und desto mehr ist man auf die Wettkampfstrecke vorbereitet. (Natürlich sollte man nicht 15x100 max. Niv. schwimmen, das sollte aber eigentlich jedem bewusst sein ...)

Dabei sollte man mit einem guten Gefühl aus dem Wasser gehen! Also immer mit etwas Gutem aufhören – einem guten Start, einer guten Wende oder einem guten letzten Hunderter.



Meine Vorbereitung sieht folgendermaßen aus: Ca. 90 Minuten vor meinem Rennen ziehe ich mich aus der Gruppe zurück, meistens fange ich an, meine Lieblingsmusik zu hören. In den nächsten 45 Minuten gehe ich dann meinen Anzug anziehen. Ab da fokussiere ich mich hundertprozentig auf mich selbst und lasse so wenig wie möglich an mich heran.


Wenn ich zum Start gehe, habe mich meinen ganz bestimmten Energieriegel von PowerBar, den Energizer (meistens in der Geschmacksrichtung Chocolate) bei mir, den ich 20-40 Minuten vor dem Start mit Wasser zu mir nehme.


Ich erwärme mich generell von Kopf bis Fuß, führe dabei Standardübungen wie Arm- oder Hüftkreisen durch, konzentriere mich dann aber schnell auf die Beine. Dafür mache ich Sprints auf der Stelle und Sprungübungen (z. B. Exploding Star), außerdem erwärme ich meine Oberschenkel und Waden noch einmal getrennt voneinander.


Ca. 10 Minuten vor dem Start nehme ich einen Koffein-Shot mit 200 mg Koffein, um mich richtig in Wettkampfstimmung zu bringen und meinem Kopf den letzten Schub zu geben.

Je nachdem, ob ich eher mehr Adrenalin oder Beruhigung brauche, halte ich mich bis zu meinem Start in Bewegung oder setze mich entspannt hin. In diesen Momenten nehme ich nur die Stimme und die Bässe in meinem Ohr wahr.


Wenn ich zur Startbrücke gehe, genieße ich zwar die Stimmung um mich herum und lächle bewusst viel. Trotzdem bin ich in diesem Moment mit dem Kopf immer noch nur bei mir und meinem Rennen.


Tja, und dann gehts los.

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